Meine Hunde in der tiergestützten Heilpädagogik
mit Hund

Ich setze drei verschiedene Hunderassen in
meiner Arbeit ein, jede mit einer speziellen persönliche Eignung:
Erste und absolute Voraussetzung ist dabei,
dass diese Hunde verantwortungsvoll gezüchtet wurden - für
mich nur von einem Züchter/einer Züchterin, die sich an die
FCI Regeln halten bzw. in Deutschland einem VDH-Verein angeschlossen
sind UND in diesem ihre Welpen verantwortungsvoll und mit engem Menschen-
, Hunde- und Umweltkontakt aufziehen. Nur Welpen, die gesunden, rassetypischen
und wesensfesten Eltern entstammen und bestmöglich aufgezogen werden
haben nach meiner Erfahrung eine gute Chance, sich so zu entwickeln,
wie es der niedergelegte Standard dieser Rasse als Ideal vorsieht -
mit all ihren eigenen, persönlichen Eigenschaften.
Labrador Retriever
Begonnen hat alles mit einer gelben Labradorhündin,
die ich - im Rahmen meiner Zucht- im März 2000 als Welpen aus Norwegen
bekommen habe: Mambrinos Lasagne, genannt "Ida".
Ida ist das, was man einen Glücksfall nennen kann. Außer,
dass sie eine äußerst gutaussehende Labradorhündin ist,
die auf Ausstellungen hervorragend abgeschnitten hat und die Grundlage
meiner schwarz-gelben Zuchtlinie darstellt, ist sie ein Hund, von dem
man in der tiergestützten Arbeit träumt: ruhig, wesenssicher,
sensitiv, leicht lenkbar, freudig, gehorsam, immer freundlich, allen
Menschen zugewandt......Ida ist alles, was ich mir in meiner Arbeit
wünsche.
Labradors an sich eignen sich durch ihre
Grundveranlagen sehr für eine Arbeit im pädagogisch/ therapeutischen
Bereich: sie sind frei von Aggressionen gegenüber Mensch und Tier,
sind schon immer dafür gezüchtet, eng mit Menschen zusammenzuarbeiten,
Anweisungen gern und schnell auszuführen ("will to please"),
sich gut lenken zu lassen, nicht hysterisch oder ängstlich zu sein,
trotzdem über ein gutes Temperament zu verfügen, freundlich
und fröhlich zu sein, eine "gute Arbeitsauffassung" zu
haben, gern etwas tun wollen, sensibel und einfühlsam Menschen
begegnen und ihre Stimmungen erspüren können, einfach gern
mit Menschen zusammen sind.
Natürlich gibt es auch in dieser Rasse,
wie in jeder folgend beschriebenen "Ausreisser" - d. h. Hunde,
die alle gewünschten Vorkriterien erfüllen, super aufgezogen
sind, tolle Eltern haben und sich trotzdem nicht wie gewünscht
verhalten- das ist so ein bisschen wie mit den Kindern J Diese Hunde
müssen ja nicht zwangsweise Therapiebegleithunde werden - oder
man wandelt ihren Aufgabenbereich ab. Die Erziehung und realistische
Einschätzung des eigenen Hundes obliegt ja immer demjenigen, der
ihn einsetzt.............
Ida ist also, wie schon geschrieben ein
großer Glücksfall und arbeitet jetzt seit ihrem vollendeten
zweiten Lebensjahr in dieser Branche. Sie weiß was zu tun ist,
reagiert auf kleinste Hinweise von mir, unterstützt mich wunderbar
und verzeiht ungeschickte Berührungen schnell.
Sie geht genauso mit über einen Psychomotorikparcours wie zu einem
Abenteuer- und Entdeckungsspaziergang in den Wald. Sie ist immer freundlich,
ruhig und geduldig.
Da sie inzwischen eine ältere Dame mit einem größeren
Ruhebedürfnis ist, wird sie von "Sophie" unterstützt,
einer jetzt zweijährigen schwarzen Hündin, die das ebenfalls
sehr gut macht. Eine Enkelin und ein Enkel von Ida befinden sich gerade
in der Lehre - sie zeigen schon einiges vom wunderbaren Potential ihrer
Oma, und ich freue mich darauf, später einmal mit ihnen zusammen
zu arbeiten.
Cavalier King Charles Spaniel
Diese Rasse ist von Beginn an das zweite
Standbein meiner tiergestützten Arbeit.
Die kleinen Cavaliere sind immerfreundliche Begleithunde, stets gut
gelaunt , leicht erziehbar, neugierig, anschmiegsam, den Menschen zugetan.
Cavaliere wurden immer als Schoß- und Gesellschaftshunde gezüchtet,
lebten immer eng mit Menschen zusammen und haben sich deren Lebensrythmen
und Eigenheiten gut angepasst. Sie sind klein, leicht, weich mit seidigem,
längerem Fell und fassen sich gut an. Durch ihren runden Kopf mit
dem kurzen Fang und den großen, dunklen Augen, dazu der typischen
Zeichnung, die das Gesicht freundlich erscheinen lässt, kommen
sie auch bei eher ängstlichen, Hunden gegenüber zurückhaltenden
Menschen gut an und mindern Ängste, bzw.
lassen sie gar nicht entstehen.
Louise und Rosie - die beiden Hündinnen,
die derzeit mit mir arbeiten, sind sehr vielseitig: sie sind schnell,
wendig und begeistert auf dem Parcours, lassen sich dabei gut von Kindern
führen (selbstverständlich immer mit meiner Absicherung) und
sind andererseits kuschelige, sanfte, weiche Hunde, die jeder Mensch
gut auf dem Schoß haben kann - einfach weil sie auch das gerne
tun. Sie lieben Menschen und sind gern in ihrer unmittelbaren Nähe,
haben gern Kontakt und eine sehr positive, freundliche Ausstrahlung.
Man kann sie gemütlich kuschelig auf dem Schoß halten, sich
mit anderen über ihren Liebreiz unterhalten, mit ihnen aktiv sein
und vieles mehr.....
Möpse
Meine beiden Möpsinnen sind einfach
unglaublich: ursprünglich aus "Eigennutz" gekauft (ich
wollte einfach schon seit Jahren soooo gerne einen Mops) und der Familie
als notwendige Therapiebegleithunde vorgestellt- haben sie sich zur
Superchance entwickelt.
Sie sind einfach wunderbar. So viel selbstbewusster Hund in einem so
kleinen Körper. So viel Spaß und Lebensfreude. So viel Selbstbewusstsein
und Anschmiegsamkeit. So viel "anderes Sein" als ein anderer
Hund bietet.
Wer einen ekstatisch begrüßenden Mops - nach etwa 5 Minuten
Abwesenheit" , der schnaufend, murmelnd, manchmal auch quietschend
um die Füsse tollt- erlebt hat ist sicher genauso begeistert wie
derjenige / diejenige, die gemütlich auf der Couch liegt - mit
einem friedlich atmenden, leise schnarchenden, zwischendurch wie ein
Baby durchatmenden und wohlig seufzenden Mops,- der weiß was Begeisterung
und Gemütlichkeit ist.
Meine beiden Mopsmädels sind da unterschiedlich: Mimi ist der sportlich
interessierte Typ, der ekstatisch und begeistert auf jeden Parcours
mitgeht und nach sportlichen Höchstleistungen strebt. Dabei superanhänglich
und aufmerksam ist.
Romy ist mehr der gemütliche Typ: sie ist immer da, macht auf sich
aufmerksam, nimmt Kontakt auf und möchte gern "auf Schoß"
- klettert wenn es sein muss auch selbst hinauf. Da liegt sie dann,
rückt ihren kleinen Körper zurecht, lagert ihren dicken Kopf
bequem und kuschelt. Atmet ruhig, strahlt Gemütlichkeit aus, schnarcht
leise und ach .....sie ist einfach so nett. Auf der Couch, bei einem
Kind auf der Liege, auf dem Arm am Tisch, auf dem Schoß im Rollstuhl..........wer
sie erlebt hat verfällt ihr............dabei sind Möpse körperlich
stabil und relativ unempfindlich - Berührungen gegenüber.
Sie lassen sich gerne anfassen, können auch ungeschicktere Berührungen
aushalten und bieten selbständig Kontakt an. Sie sind gemütlich
und anschmiegsam.
Aber beileibe nicht nur - nichts hält sie davon ab, wilde Mopsrennen
mit ihrer Kollegin zu machen -
da bricht das Temperament beider ungehemmt hervor.
Während Erwachsene oft Vorurteile gegen diese Rasse haben (meist
so lange, bis sie ein Exemplar persönlich kennengelernt haben)
sind Kinder fast immer sofort begeistert. Sie werden schnell von dem
besonderen Wesen angezogen, dazu von dem sorgenvoll gefalteten, runden
Gesicht mit dem kurzen Fang - Möpse haben einfach einen ganz besonderen
Gesichtsausdruck. Auch die Lautäußerungen sind etwas besonderes
- manchmal hat man das Gefühl, ein Mops murmelt leise vor sich
hin, wenn sie schnüffeln erinnert das an kleine Trüffelschweine,
und wenn sie dann grunzen oder prusten bringen sie die meisten Menschen
zum lachen.
Dazu sind sie so begeisterungsfähig und unendlich neugierig und
animieren Kinder zum mitmachen
Ganz ganz wichtig ist natürlich immer
in der tiergestützten Arbeit, dass die Hunde nicht überfordert
werden, dass sie sich uneingeschränkt wohlfühlen und "gern
ihren Job machen". Nie dürfen sie in eine einengende, ausweglose
oder beängstigende Situation kommen, nie das Vertrauen in ihren
"eigenen" Menschen verlieren! Unsere Verantwortung ist es,
unsere Hunde verantwortungsvoll und achtend zu behandeln.
Immer und überall! Ohne diese Rücksichtnahme kann eine erfolgreiche
TIERGESTÜTZTE ARBEIT nicht gelingen!