Seit 1990 begleiten mich jetzt immer zeitgleich mehrere durch mein Leben, bereichern es, haben mir viel über Hunde beigebracht. Nach den langen Jahren mit einem Einzelhund haben sie das Leben in der Familie gründlich verändert und neue Erfahrungen ermöglicht:

- Haus- und Gartengestaltung: wurden über die Jahre immer hundegerechter. Da unsere Hunde keine Zwingertiere, sondern höchst anhängliche Hausbewohner sind, ist ein ständiges auspendeln zwischen den Bedürfnissen von Mensch und Hund nötig. Mein Wunsch nach gepflegtem Design kollidiert immer wieder mit Hundehaaren und viel entstehendem Staub. Der blühende Rosengarten und frisch angepflanzte Stauden leiden oft unter den fröhlichen Fangspielen der Labbies – die es nur sehr begrenzt einsehen, dass sie einen extra dafür vorgesehenen Spielbereich ihr eigen nennen könnten.

- Dass es sehr erfrischend und beglückend sein kann, öfter mal zu renovieren.

- Das Familienauto: wer öfter mit nassen, etwas schlammigen, nach einem großen Spaziergang sehr zufriedenen Labradors im Auto nachhause fährt, weiß, dass diese Hunde riechen...........
Nein, sie müffeln ziemlich stark und auch alle gängigen „Geruchsbekämpfer“ kommen nur ganz begrenzt gegen den fest haftenden „Duft“ an. Eingefleischte Labradorbesitzer bemerken das hauptsächlich dann, wenn sie hundeunerfahrene Beifahrer mit einer Tendenz zum fahren mit geöffneten Seitenfenster (auch bei Minusgraden) mitnehmen. Spätestens dann wird der Wunsch nach einem kleinen, immer sauberen Flitzer mit Hundemitfahrverbot deutlich größer.

- Sie haben mir gezeigt, dass es wunderschön sein kann, bei strömendem Regen spazierenzugehen- mit Hunden, die solches Wetter lieben und geniessen.
Die aber natürlich jeden Spaziergang und jede Beschäftigung im Freien lieben.:-)

- Dass es „normal“ sein kann, Dummies oder gerade aufgetautes Wild im Wald zu verstecken und sich mit dem Hund darüber freuen, dass er es wieder finden kann.

- Wie sehr „zusammen arbeiten“ zusammenschweißt und verbindet.

- Wie oft man sich an Wochenende morgens gegen fünf auf einer Autobahn findet um – trotz hoher Spritkosten und einem verlockenden ruhigen Zeitungsfrühstück- mal schnell 400 Kilometer oder mehr zu einer Ausstellung oder Prüfung zu fahren- und sich dort mit ähnlich Wahnsinnigen zu treffen. Dann zufrieden und oft erfolgreich den Tag verbringen und gegen Nacht wieder zuhause zu sein- während andere Menschen sich in Ruhe entspannt haben.

- Dass es unglaublich interessant ist, auf Ausstellungen und im Internet nach dem passenden Zuchtpartner für die eigene Hündin zu suchen und ihn dann – hoffentlich- auch zu finden. Natürlich wohnt er meist nicht schnell um die Ecke sondern................... Auch das europäische Ausland bietet hier viele Reize - und Autofahren ist man ja längst gewohnt.
- Dass das warten auf eine Hundegeburt unglaublich spannend sein kann, ebenso das sitzen und bewundern der Welpen vor der Wurfkiste in den Tagen und Wochen danach- kein Krimi kann da mithalten.

- Wie schön es ist, dieses neue Leben zu begrüßen, zu begleiten und zu beobachten.

- Wie viel Zeit es braucht- jeden Tag- um einen Wurf zu begleiten und zu betreuen, den Welpen die Umwelt mit ihren Geräuschen, Überraschungen, Geschehnissen vertraut zu machen, sie zu gut sozialisierten, sicheren Hundekindern werden zu lassen. (und das Welpenzimmer zu putzen...........)

- Dass in der Zeit der Welpenaufzucht ganz vieles andere zurückstehen muss- und man es nicht vermisst.

- Dass es sich lohnt, seinen eigenen Weg zu finden und zu gehen, eigenen Überzeugungen zu folgen- gegen den Strom, oft gegen Widerstände und auch gegen Neid.

- Dass Erfolg nicht selbstverständlich oder nur Glück, sondern auch das Resultat von viel Engagement, Lernbereitschaft, Wissen, klarem Blick, Selbstkritik, hohem finanziellen Einsatz und oft auch Mut ist.

- Dass man auf diesem Weg viele nette Menschen treffen kann, die den Weg ein kürzeres oder langes Stück mitgehen, zu guten Begleitern oder engen Freunden werden.

- Dass Hunde züchten ein Hobby sein kann, das den Blick weit über die Landesgrenzen öffnet und viele neue Kontakte hier ermöglicht.

- Dass diese Leid enschaft auch nach langen Jahren nicht kleiner wird.

Und noch unendlich mehr...............

Besonders schön: dass ich die Möglichkeit hatte, meine Passion in meinen Beruf einfliessen zu lassen. Meine Hunde als anerkannte Therapie- und Arbeitsbegleiter täglich bei mir zu haben, auch hier mein Wissen ständig aus- und weiterzuentwickeln und seit einiger Zeit in Fortbildungen weitergeben zu können.
Die Erfolge in dieser Arbeit zu sehen ist ein besonders großes Glück!

Und auch, dass sich mein Lebensinhalt nicht „nur“ auf Hunde beschränkt. Dass ich viele langjährige und gute Freunde habe, die- obwohl selbst hundelos- meine Leidenschaft verstehen und akzeptieren, mich schon lange nicht mehr nach dem Sinn eines weiten und teuren Trips in ein anderes Land für ein „Hundemeeting“ fragen, mein Wissen und meine Ansprüche in der Zucht nicht in Frage stellen, auch wenn sie es sicher manchmal groovy finden. Die mich gut kennen und in mir auch die „anderen Seiten und Interessen“ sehen und mit mir pflegen, mit denen ich meinen anderen Ambitionen nachgehen kann
Ihnen – und natürlich meiner Familie- vielen Dank für ihre Aufgeschlossenheit und Offenheit! Es ist keine Selbstverständlichkeit, Leben und Wohnraum mit mehreren erwachsenen Hunden und öfter auch mit Welpen zu teilen und freie Wochenenden mit dem Sitten von großen und kleinen Hunden zu verleben.

Und Dank allen meinen Hundefreundinnen und –freunden für das Teilen meiner Leidenschaft und die fröhlichen Stunden am Telefon, bei Treffen, Trainingstagen, langen Fahrten und Shows und manchmal auch durchwachten Nächten.

Dezember 2008

 

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